Mut sichtbar machen

Manche Erfahrungen bleiben lange in uns – eine mutige Entscheidung, ein Moment der Veränderung, etwas, das wir uns zum ersten Mal getraut haben.

Oft sprechen wir darüber. Aber manchmal kann es interessant sein, solche persönlichen Erfahrungen nicht nur in Worte zu fassen, sondern ihnen auch eine sichtbare Form zu geben.

Im August durfte ich die Teilnehmer:innen bei „Mut machen“ in Hamburg an einem kreativen Stand begleiten und sie dabei unterstützen, ihre persönlichen Erfahrungen mit Mut sichtbar zu machen.

(Mut machen ist ein Format von Heike Löwensen, bei dem Menschen sich mit dem Thema Mut auseinandersetzen und ihre eigenen Erfahrungen damit erkunden.)

Dabei begann der Prozess nicht mit dem Malen, sondern mit einem Gespräch. Zunächst ging es darum, sich an einen Moment zu erinnern, in dem man mutig war: Was ist damals passiert? Was hat Mut in dieser Situation bedeutet? Was hat man gefühlt?

Erst danach wurde aus dieser persönlichen Geschichte eine Bildidee.

Mit Farben und Formen konnten die Teilnehmer: innen ihren Mut sichtbar machen. Und genau dabei wurde etwas besonders deutlich: Mut sieht für jeden Menschen anders aus.

Für eine Person war es der Mut, nach vielen Jahren wieder zu singen. Für eine andere war es eine berufliche Entscheidung, die trotz Ängsten und Widerstand getroffen wurde. Unterschiedliche Menschen, unterschiedliche Erfahrungen – und deshalb auch ganz unterschiedliche Bilder.

 

Warum überhaupt sichtbar machen?

Vielleicht, weil ein Bild etwas bewahren kann, das im Alltag leicht in den Hintergrund gerät.

Die Teilnehmer:innen haben nach der Veranstaltung beschrieben, was ihre Bilder für sie bedeuten:

„Das Bild steht auf meinem Schreibtisch und erinnert mich an meine Kraft in Veränderung.“

„Das Bild gibt mir Energie und Kraft für meinen Weg in die Zukunft.“

Eine Teilnehmerin erzählte, dass die Veranstaltung sie an Momente erinnert habe, die für sie nicht mehr so präsent waren. Seitdem denke sie immer wieder darüber nach und habe dadurch das Gefühl, sich selbst besser zu verstehen.

Für eine andere Person wurde durch diesen Prozess klarer, was sie für ihre Zukunft möchte und wo sie gerade steht.

Genau das zeigt für mich, warum es interessant sein kann, persönliche Erfahrungen sichtbar zu machen: Man kann ihnen eine Form geben, zu der man später zurückkehren kann – und vielleicht etwas darin wiederfinden, das im Alltag leicht verloren geht.

Hier gibt es mehr für Interessierte

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